Datenschutzinformationen zum Projekt
„FosterCare - Pflegefamilien als Orte sicherer Teilhabe von Kindern und Jugendlichen und Entwicklung von Schutzkonzepten zur Stärkung persönlicher Rechte von Kindern, Jugendlichen und Care Leaver"

Stand: 28.09.2018

Der Datenschutz ist uns wichtig und wir nehmen ihn sehr ernst. Wir setzen auf eine vertrauensvolle Kooperation mit Ihnen und sind in jeder Hinsicht bemüht, Sie rundum zufriedenzustellen - dies gilt natürlich auch im Umgang mit Ihren persönlichen Daten. Mit diesem Dokument „Datenschutzinformation“ möchten wir Sie darüber informieren, welche Daten im Rahmen des Projektes Fostercare erhoben, wie diese Daten verarbeitet werden und was Sie ggf. selbst zum besseren Schutz Ihrer Daten tun können.

  1. Verantwortliche*r

Verantwortliche*r Anbieter*in des Projektes „Fostercare“ ist die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie der Universitätsklinik Ulm. Der Projektleiter ist Prof. Dr. Jörg M. Fegert. Die Verantwortung bezüglich der Datenverarbeitung trägt die Universitätsklinik Ulm.

Die Webseiten des Projektes und die APP werden durch die Firma zone35 (www.zone35.de) zur Verfügung gestellt. Es liegt mit der Firma zone35 ein Rahmenvertrag vor.

  1. Ziel der Datenerhebung

Die Datenerhebung im Projekt hat drei Ziele:

  1. Beschreibung der Inanspruchnahme

Ziel der Beschreibung der Inanspruchnahme ist die Selektivität der erhobenen Daten besser einordnen zu können und abzuschätzen, inwiefern Perspektiven unterschiedlicher Gruppen (z.B. Careleaver) berücksichtigt wurden. Im Dokumentationsraster werden deshalb relevante Informationen zur*zum Anrufenden, wie Alter, Geschlecht, Art des Pflegeverhältnisses, etc. erfasst.

  1. Erstellung von Schutzkonzepten und Beschwerdemanagement

Kernziel der Datenerhebung ist die Erarbeitung von Ansätzen für Schutzkonzepte und Beschwerdemanagementsysteme. Mit der Hotline soll ein niederschwelliges Angebot, im Sinne von "Citizens Science" gemacht werden, um damit im Gegensatz zu den Gruppendiskussionen, mit denen primär eher organisierte Betroffene adressiert werden, auch nicht organisierte Kinder und Jugendliche zu erreichen und deren Sichtweisen, Ideen und Erfahrungen in Bezug auf Schutzkonzepte und Beschwerdemanagement mit einzubeziehen.

Die Fragestellungen für die Auswertung der Daten des Dokumentationsrasters sind:

  • Welche Zugangswege werden von Jugendlichen genutzt?
  • Welche Schutzkonzepte wären in Pflegefamilien notwendig?
  • Wie könnte ein Beschwerdemanagement aussehen?
  • Was könnten Inhalte von Beschwerden sein?
  • Wie könnte mit Beschwerden umgegangen werden?
  • Welche Bedenken herrschen in Bezug auf das Thema vor?
  1. Evaluation

Ziel der Evaluation ist die Überprüfung, ob mit einem niedrigschwelligen Angebot später ein Beratungsangebot und eine überregionale Form des Beschwerdemanagements für „fremduntergebrachte“ Kinder und Jugendliche entstehen können.

Die pseudonymisierten Daten werden zu diesem Zweck 10 Jahre aufbewahrt.

  1. Gesetzesgrundlage

Für das Universitätsklinikum Ulm gilt das Landesdatenschutzgesetz Baden-Württemberg (LDSG B-W) in Verbindung mit der EU Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO).

  1. Datenerhebungsmethoden und -sicherung

Im Rahmen des Projektes werden an drei Stellen Daten erhoben und gespeichert:

1) Auf der Website des Projektes

2) Auf dem Routingportal, über das die Anrufe eingehen und an die Berater*in der Hotline weitergeleitet werden.

3) Auf der Plattform über die das Dokumentationsraster für Dokumentation der geschilderten Fälle an der Hotline, der Onlinefragebogen und die App zur Verfügung gestellt werden

Die drei genannten Stellen sind technisch nicht miteinander verknüpft. Die an den einzelnen Stellen erhobenen Daten werden in der Datenauswertung nicht zusammengeführt.

  1. Beschreibung der Datenerhebung

Zu 1) Website des Projektes

Die Webseite des Projektes wird durch die Firma zone35 erstellt und  betrieben. Die Webseite stellt eine Landingpage dar, mit der Projektinformationen dargestellt, sowie der Onlinefragebogen, die Hotline und die App beworben werden sollen. Durch die*den Webseitenbetreiber*in werden in den Server-Logfiles folgende Daten gespeichert:

- Browsertyp und Browserversion

- verwendetes Betriebssystem

- Referrer URL

- Hostname des zugreifenden Rechners

- Uhrzeit der Serveranfrage

Diese Daten können nicht bestimmten Personen zugeordnet werden. Die Erhebung der Daten dient nicht primär der Analyse der Besucher*innenströme oder der Weiterverarbeitung, sondern diese werden benötigt, um z.B. Angriffe auf den Server festzustellen. Die Log-Dateien werden automatisiert nach 14 Tagen gelöscht.

Angaben zum Datenschutz werden dann auf der noch zu erstellenden Webseite in der Fußzeile unter „Datenschutz Website“  bereitgestellt.

Über ein Kontaktformular auf der Website kann das Projektteam jederzeit kontaktiert werden.

Zu 2) Routingportal

Das Routingportal wird durch die Firma DTMS (https://www.dtms.de/) bereitgestellt. Bei einem Anruf beim Fostercare-Telefon werden durch die*den Betreiber*in des Routingportals gespeichert: Datum/Uhrzeit des Anrufes, Nummer des Anrufer*in, Gesprächsdauer und Zielrufnummer. Die Daten werden auf den Servern der Firma DTMS in einem zertifizierten Rechenzentrum in Frankfurt gespeichert.

Nicht benötigte Daten werden unverzüglich gelöscht, die für Abrechnungen notwendigen Daten in der Regel 3 Monate nach Rechnungsversand. DTMS orientiert sich hierbei an dem Leitfaden des BfDI und der BNetzA. Die gesetzliche Basis für die Datenspeicherung ist das Telekommunikationsgesetz (TKG) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm (konkret die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des Projektes) hat Zugang zum Serviceportal der Firma und die Möglichkeit, sich folgende Verkehrsdaten der letzten 90 Tage anzusehen und als CSV-Datei herunterzuladen:

  • Datum des Gespräches
  • Startzeit des Gespräches
  • Servicerufnummer
  • Nummer der*des Anrufer*in: Nur erste 5 Ziffern
  • Zielrufnummer (das heißt, an welche Mitarbeiter*intelefonnummer wurde der Anruf geleitet)
  • Dauer des Gespräches

Zu 3) Online-Plattform und die jeweiligen Zugangswege:

Insgesamt bestehen 3 Zugangswege, über die Daten erhoben werden:

  1. Der Onlinefragebogen: Der Onlinefragebogen ist über einen Link auf der Homepage eingebettet. Interessierte Teilnehmer*innen geraten über diesen auf den Fragebogen, den die Teilnehmer*innen freiwillig ausfüllen können. Die Angaben sind pseudonym und freiwillig. Personenbezogene Daten, die dazu genutzt werden könnten, eine Rückverfolgung auf einzelne Personen möglich zu machen, so zum Beispiel der Name der*des Nutzer*in, werden weder erfragt noch gespeichert. Teilnehmer*innen werden zu Beginn des Fragebogens über den Zweck der Datenerhebung und Freiwilligkeit der Teilnahme informiert.
  2. Die Dokumentation der Anrufe: Die Angaben, die die Anrufer*innen der Hotline machen, werden in einem Dokumentationsraster aufgenommen. Die Angaben der*des Anrufenden für den Eintrag im Dokumentationsraster sind pseudonym und freiwillig. Personenbezogene Daten, die dazu genutzt werden könnten, eine Rückverfolgung auf einzelne Personen möglich zu machen, so zum Beispiel der Name der*des Anrufenden, werden weder erfragt noch dokumentiert. Die Anrufer*innen werden bei Beginn des Telefonates darüber informiert, dass das Ziel des Telefons das Sammeln von Informationen zu Erfahrungen und Gedanken von Jugendlichen, die in Pflegefamilien leben oder gelebt haben, zu den Themen Schutzkonzepte und Beschwerdesystem, ist. Zudem werden die Anrufer*innen informiert, dass das Telefon keinen interventionellen Charakter besitzt und keine individuellen Lösungen erarbeitet werden können und sollen, sowie Beschwerden nicht weitergeleitet werden können. Bei Bedarf werden jedoch Kontakte zu Beratungsstellen hergestellt. Die Anrufe werden durch Mitarbeiter*innen von N.I.N.A. e.V. entgegen genommen, die bereits mehrere telefonische Beratungsangebote betreiben. Darüber hinaus werden die Anruf*innen über die Freiwilligkeit der Teilnahme, sowie die Pseudonymisierung der Daten und Datenschutz informiert. Die*der Mitarbeiter*in des Telefons muss im Dokumentationsraster ein Kontrollkästchen anklicken, dass diese Aufklärung erfolgt ist.
  3. Die Messenger-App: Der dritte Zugangsweg ist eine App mit Messengerfunktion. Diese wird ebenfalls durch die Firma Beranet bereitgestellt. Die App bietet 3 Funktionen. Zum einen beinhaltet die App den gleichen Fragebogen, wie der Online-Fragebogen. Die zweite Funktion beinhaltet die Bereitstellung von Informationsmaterialien für die Nutzer*innen. Diese beinhalten Informationen zu persönlichen Rechten und Hilfsangeboten. Die dritte Funktion beinhaltet eine Messenger-Funktion. Mit dieser können die Nutzer*innen zu vorab festgelegten und kommunizierten Zeiten in direkten Kontakt mit den Projektmitarbeiter*innen treten und ihre Erfahrungen und Ideen zu Schutzkonzepten mitteilen. Die Chatverläufe werden, wie die Daten, die über die anderen Zugangswege erhoben werden, exportiert und unter den bestehenden Forschungsfragen ausgewertet.

Die Homepage, der Online-Fragebogen, das Dokumentationsraster für Anrufer*innen und die Messenger-App werden durch die Firma zone35 (www.zone35.de) bereitgestellt und im System HTML/HTML5 verwaltet.

Die erhobenen Daten aus dem Fragebogen, der App, sowie die Dokumentation der Anrufe werden elektronisch über sichere Internet-Verbindungen erfasst und auf einem Server abgelegt. Daten, die für die Auswertung notwendig sind, werden der*dem Anbieter*in online, über gesicherte Internet-Verbindungen, zur Verfügung gestellt.

Zwischen der Firma zone35 (www.zone35.de) und dem Universitätsklinikum Ulm wird eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung geschlossen.

  1. Speicherfristen

Die Löschung der gespeicherten personenbezogenen Daten erfolgt, wenn Sie ihre Einwilligung zur Speicherung widerrufen, wenn die Kenntnis der Daten zur Erfüllung des mit der Speicherung verfolgten Zwecks nicht mehr erforderlich ist oder wenn die Speicherung aus sonstigen gesetzlichen Gründen unzulässig ist. Daten für Abrechnungszwecke und buchhalterische Zwecke werden von einem Löschungsverlangen nicht berührt.

  1. Ihre Datenschutzrechte

Sie haben im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen jederzeit das Recht auf unentgeltliche Auskunft über Ihre gespeicherten personenbezogenen Daten, deren Herkunft und mögliche Empfänger*innen und den Zweck der Datenverarbeitung (Art. 15 DSGVO) und ggf. ein Recht auf Berichtigung unrichtiger Daten Art. 16 DSGVO), Löschung dieser Daten (Art. 17 DSGVO) das Recht auf Einschränkung der Verarbeitung nach Art. 18 DSGVO, auf Widerspruch (Art. 21 DSGVO) sowie das Recht auf Datenübertragbarkeit von Ihnen bereitgestellter Daten nach Art. 20 DSGVO). Beim Auskunftsrecht und beim Löschungsrecht gelten die Einschränkungen nach §§ 34 und 35 BDSG.

Unsere*n Datenschutzbeauftragte*n erreichen Sie unter:

Universitätsklinikum Ulm, Datenschutzbeauftragte*r

Albert-Einstein-Allee 29, 89081 Ulm

Tel. 0731/500-69290

Mail: dsb.ukl@uniklinik-ulm.de

Darüber hinaus steht Ihnen im Falle datenschutzrechtlicher Verstöße ein Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu (Art. 77 DSGVO i.V.m. §19 BDSG). Zuständige Aufsichtsbehörde in datenschutzrechtlichen Fragen ist die*der Landesdatenschutzbeauftragte* des Bundeslandes, in dem unser Unternehmen seinen Sitz hat. Die zuständige Aufsichtsbehörde für das Universitätsklinikum Ulm ist demnach in datenschutzrechtlichen Fragen die*der Landesdatenschutzbeauftragte* für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg, Postfach 103299, 70025 Stuttgart, 0711/615541–0, poststellelfdi.bwlde.

  1. Einwilligung zur Datenerhebung:

Die Teilnahme am Projekt Fostercare ist freiwillig. Bei einer Teilnahme an der Befragung müssen Teilnehmer*innen der Befragung ihre Einwilligung erteilen. So wird zu Beginn jeden Telefonates der „Disclaimer“ vorgelesen. Zu Beginn des Onlinefragebogens sowie der App müssen die Teilnehmer*innen einen Haken zur Einwilligung setzen.

Einwilligung bei Kindern

Die Zielgruppe der Angebote sind Jugendliche ab 16 Jahren. Es ist jedoch nicht ganz auszuschließen, dass auch jüngere Kinder das Angebot nutzen und insbesondere Beratung suchen. Eine Beratung kann auch ohne die Zustimmung der*des Sorgeberechtigten. Diese sind jedoch nicht primäre Zielgruppe des Projektes.

Das Datenschutzkonzept des Projektes kann jederzeit auf der Projektwebsite www.fostercare.de und in der APP eingesehen und als PDF-Dokument heruntergeladen werden. Die Anrufer*innen werden direkt nachdem sie zum Telefon durchgestellt wurden und noch bevor sie ihre Erfahrungen und Ideen schildern, durch folgenden Disclaimer auf die Aufgaben des Telefons sowie die Erhebung von Daten hingewiesen. Bei der Erstellung des Disclaimers wurde insbesondere auf eine leichte Sprache geachtet:

Willkommen beim FosterCare-Telefon. Wir freuen uns über deinen Anruf.

 

Unser unabhängiges Forschungsteam möchte herausfinden, wie es Jugendlichen in ihrer Pflegefamilie geht, was sie beschäftigt und was sie sich wünschen – was gut läuft und was vielleicht schwierig ist. Hierfür sind Jugendliche, die in einer Pflegefamilie leben oder gelebt haben, Experten*innen: Eure Erfahrungen zählen. Wir sind gespannt auf alles, was du uns dazu erzählst und hören dir aufmerksam zu.

 

Während unseres Gesprächs machen wir uns Notizen, aber zeichnen das Gespräch nicht auf.

Du entscheidest selbst, was du uns erzählst. Alles, was du uns sagst, ist freiwillig und bleibt anonym. Das heißt, wir schreiben deinen Namen nicht auf. Weitere Infos findest du auf www.fostercare.de.