Vorinformationen

Bei allen hier dargestellten Informationen wird kein Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit gewährleistet. Auch handelt es sich hier nicht um eine rechtliche Beratung. Bei konkreten Fragestellungen, wendet Euch bitte an Euer örtliches Jugendamt oder andere Beratungsstellen. 

Die UN-Kinderrechtskonvention* soll den Schutz und die Sicherheit von allen Kindern und Jugendlichen weltweit sicherstellen und wurde von fast allen Staaten auf der ganzen Welt unterzeichnet. Weiterhin bezieht sich die UN-Kinderrechtskonvention auf die Altersspanne bis zur Vollendung des 18ten Lebensjahres. Wichtig ist, dass sich die nachfolgenden Informationen immer auf Deutschland beziehen und es in anderen Ländern auch andere Regelungen geben kann.


*UN steht für „United Nations“. Das ist Englisch und heißt übersetzt „Vereinte Nationen“.

*Eine Konvention ist ein Vertrag, den mehr als zwei Länder miteinander abschließen. Es kann hier auch von einer Übereinkunft gesprochen werden, die Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen weltweit beinhaltet. Alle Staaten, die die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben und angenommen (ratifiziert) haben, sind dazu verpflichtet die Kinderrechte in ihrem Land umzusetzen.

Grundsatz

1. Grundsatz

Bei den UN-Kinderrechten geht es darum, das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu schützen. Das heißt, dass Du ein Recht darauf hast, dass nur Sachen geschehen, die Dir gut tun. Dabei ist es egal, ob Du zu Hause bei Deiner Familie lebst, bei Verwandten, in einer Pflegefamilie oder Wohngruppe. Wichtig ist, dass es die Erwachsenen sind, die dafür sorgen, dass es Kindern und Jugendlichen gut geht. Aber auch Kinder und Jugendliche selbst müssen untereinander diese Rechte einhalten. Das heißt aber nicht, dass Erwachsene immer so entscheiden, wie Kinder und Jugendliche es gerne möchten. Manchmal müssen sie auch Entscheidungen treffen, die Dir nicht so gut gefallen könnten.

Schutz

2. Schutz

Du hast ein Recht auf Schutz ...

... Deiner Privatsphäre. Das heißt, Du darfst Dir Zeit für Dich nehmen und einen Rückzugsort nutzen. Auch darf niemand ohne Deine Erlaubnis in Deinem Tagebuch lesen oder Deine Telefonate belauschen.

... Deiner Intimsphäre. Das heißt, Du darfst die Badezimmertür abschließen, alleine im Bett schlafen, nur mit Deiner Einwilligung angefasst werden, alleine mit Ärzt*innen, Therapeut*innen und anderem medizinischen Personal sprechen und behandelt werden.

... vor jeder Form von Gewalt.

Das heißt, Du darfst nicht körperlich verletzt werden, z.B. nicht geschlagen, getreten, gewürgt, verbrannt usw. werden. Auch darfst Du nicht seelisch verletzt, z.B. ignoriert, unterdrückt, manipuliert, beschimpft usw. werden. Ebenfalls darfst Du nicht sexuell verletzt werden. Das heißt, Du darfst nicht zu sexuellen Handlungen jeglicher Art (z.B. Küssen, Sex, Anschauen von Pornos, Dich oder jemanden anderen gegen Deinen Willen berühren) gezwungen werden. Außerdem darfst Du auch digital nicht verletzt werden. Das bedeutet, es dürfen keine Bilder von Dir ohne Deine Einwilligung über virtuelle Kanäle verbreitet werden, Du darfst dort nicht beleidigt, beschimpft, bedroht etc. werden.

... vor Suchtstoffen. Das heißt, dass Du vor Drogen wie Alkohol, Rauschgift oder Tabak geschützt wirst, also z.B. nicht dazu gezwungen werden darfst, Drogen herzustellen, sie zu verkaufen oder diese zu Dir zu nehmen.

Dies bedeutet auch, dass Du viele dieser Stoffe erst ab einem gewissen Alter zu Dir nehmen darfst. So dürfen Bier und Wein ab 16 Jahren, branntweinhaltige Getränke wie Schnaps oder Mischgetränke mit Schnaps/Spirituosen erst ab 18 Jahren getrunken werden. Rauchen darf man ebenfalls erst ab 18 Jahren. Dabei geht es vor allem um Deine Gesundheit: Dein Körper entwickelt sich noch und Suchtstoffe können schwere Schädigungen herbeiführen, wie z.B. Lebererkrankungen, Entzündungen im Magen oder Gedächtnisverschlechterungen.

... vor sexuellem Missbrauch. Das heißt, niemand darf Dich gegen deinen Willen anfassen oder in irgendeiner sexualisierten Art und Weise ansprechen, vor oder an Dir sexualisierte Handlungen vornehmen oder Dich nackt bzw. mit wenig Kleidung fotografieren. Auch darf Dich niemand dazu zwingen, eine andere Person oder Dich selbst anfassen zu müssen.

All das bedeutet auch, dass Dich niemand dazu zwingen darf, pornografisches Bildmaterial, sprich Filme oder Bilder, anzusehen. Auch das Anfertigen eines solchen Bildmaterials von Kindern und Jugendlichen ist strafbar. Wenn Du so etwas schon einmal erlebt hast oder erlebst, gibt es Organisationen oder Personen, denen Du Dich anvertrauen kannst, um Hilfe zu bekommen. Das ist z.B. der Weisse Ring (https://weisser-ring.de/), die Nummer gegen Kummer (https://www.nummergegenkummer.de/) oder das Hilfetelefon sexueller Missbrauch (http://www.nina-info.de/).

... im Strafverfahren. Das heißt, dass Du angemessen behandelt werden musst, wenn Du als Zeug*in aussagen sollst oder selbst beschuldigt wirst, etwas Verbotenes getan zu haben.

Du behältst also auch dann alle Deine Rechte, z.B. auch das Recht auf eine*n Dolmetscher*in. Dabei giltst Du solange als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist. Du hast dabei ein Recht darauf zu erfahren, was Dir vorgeworfen wird.

Ab einem Alter von 14 Jahren kannst Du in Deutschland für Straftaten wie z.B. Körperverletzung oder Diebstahl verurteilt werden. Dafür gibt es spezielle Jugendgerichte. Wenn Du hier mehr Informationen brauchst, bekommst Du diese bei Deinem örtlichen Jugendamt.

... vor Folter. Das heißt, niemand darf Dich bewusst bzw. absichtlich verletzen, indem er Dich schlägt, bedroht, einschüchtert oder beschimpft.

Gesundheit

3. Gesundheit

Du hast ein Recht auf Gesundheit ...

... und ein Recht auf Informationen zur sexuellen Selbstbestimmung. Das heißt, dass Du immer darüber entscheidest, was mit Deinem Körper geschieht und niemand anderes dies für Dich tun darf. Du hast also das Recht, über Deine Sexualität und Deinen Körper frei zu bestimmen und auch alle für Dich interessanten Informationen zum Thema Sexualität zu erhalten.

... und darauf Dir ab einer bestimmten individuellen Reife die Pille und auch die „Pille danach“ ohne Einwilligung Deiner Eltern verschreiben zu lassen. Hier ist es wichtig, dass Du dich von Deiner*Deinem Ärzt*in im Vorfeld gut beraten und informieren lässt.

... und Aufklärung in allen Dich betreffenden medizinischen Angelegenheiten. Das heißt, Du sollst altersgerecht darüber informiert werden, was in bzw. mit Deinem Körper geschieht und die notwendige Versorgung auch z.B. mit Verhütungsmitteln (Kondomen, Pille, Diaphragma etc.) erhalten.

... egal, ob Du einfach eine Erkrankung, wie z.B. eine Erkältung, eine Beeinträchtigung oder eine psychische Erkrankung hast, Du hast das Recht medizinisch und/oder psychologisch/therapeutisch versorgt zu werden.

Das heißt, Du darfst zu Ärzt*innen und/oder Therapeut*innen gehen und Dir dort Hilfe holen,  wenn es Dir nicht gut geht und Du z.B. Bauchschmerzen hast oder wenn Dich längere Zeit ungute Gefühle beschäftigen. Solltest Du einmal das Gefühl haben, Dich bei einer*einem Ärzt*in nicht wohl zu fühlen, darfst Du Dir jemanden anderen suchen, der*dem Du Dich anvertrauen magst.

... und auf Vorsorgeuntersuchungen, um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und diese somit gut behandeln zu können.

... und auf eine wertschätzende Umgangsweise mit Dir, wenn Du einmal erkrankt sein solltest. Denn auch die Art und Weise wie medizinisches Fachpersonal mit Dir umgeht, trägt zu Deinem allgemeinen Wohlbefinden und somit zu Deiner Gesundheit bei. 

... und somit auf Schutz vor Unterversorgung. Das heißt, Du hast ein Recht auf gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sowie auf angemessene Hygiene.  

Beteiligung

4. Information und Beteiligung

Du hast das Recht auf Information und Beteiligung ...

... das heißt, jeder junge Mensch hat ein Recht auf seine eigene Meinung und Mitsprache.

... das heißt, geht es um Entscheidungen, die Dich betreffen (z.B. Kontakt zur eigenen Familie, Hilfeplangespräch), dann hast Du das Recht, darüber informiert zu werden. Du hast auch das Recht, bei diesen Entscheidungen mitzusprechen und zu sagen, was Du Dir wünschst!

... und Erwachsene müssen versuchen, Deine Meinung und Wünsche bei Entscheidungen, die Dich betreffen, zu berücksichtigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Erwachsene immer nach Deiner Meinung handeln werden bzw. müssen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn es um Kontakt- und Umgangsregelungen zu Deiner leiblichen Familie geht, mit denen Du vielleicht nicht einverstanden bist. Aber auch wenn Du Deiner Gesundheit schadest (z.B. durch Alkohol, Zigaretten- oder illegalen Drogenkonsum), werden Erwachsene vermutlich nicht nach Deiner Meinung handeln. Informiere Dich im Vorfeld gut, was Du darfst und was Dir verboten werden kann, weil es  gesetzlich vorgeschrieben ist. Ein ganz wichtiges Gesetz, das Regelungen für junge Menschen enthält, ist das Jugendschutzgesetz (JuSchG).

... und auch bei Gerichts- oder Verwaltungsverfahren hast Du das Recht, gehört zu werden oder eine Person in Stellvertretung für Dich und Deine Interessen sprechen zu lassen (vgl. BMFSFJ 2008; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-12-meine-meinung).

...  und jeder junge Mensch hat ein Recht auf Zugang zu Medien. Das heißt, Du hast das Recht, Radio zu hören, Dir Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und Fernsehsendungen anzuschauen sowie Internetseiten zu besuchen, die für Dein Alter geeignet sind. Hier setzt das Jugendschutzgesetz Altersgrenzen, die in Deutschland von der FSK (für Filme) und USK (für Videospiele) gekennzeichnet werden. Wie oft Du im Internet surfen und wie lange Du fernsehen darfst, musst Du mit Deinen (Pflege-)Eltern vereinbaren (vgl. PiB o. J.).

Grundsatz

5. Bildung

Du hast ein Recht auf Bildung ...

... aber auch auf Freizeit und Entspannung. Das heißt, dass Du Dich mit Freund*innen z.B. im Jugendtreff treffen darfst oder ähnliches (vgl. https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-31-spiel-freizeit-erholung).

... und darauf, dass Dir grundlegende Inhalte vermittelt werden. Das heißt, dass Du z.B. etwas zu Gleichberechtigung und Menschenrechten lernst und entsprechend Deiner Interessen und Begabungen gefördert wirst. Aber auch Inhalte zum Allgemeinwissen, wie beispielsweise in Mathematik, Deutsch, Geografie und anderen Fächern vermittelt bekommst (vgl. https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-29-meine-bildung).

... das heißt, jeder junge Mensch hat ein Recht darauf, in die Schule zu gehen und etwas zu lernen.

... und unterstützt zu werden, wenn Du Schwierigkeiten in der Schule oder beim Lernen hast.

... und darauf, dass Dich jemand berät, welche Schule, welche Ausbildung oder welches Studium Du wählen könntest. Hierfür gibt es Beratungsangebote, wie beispielsweise die Jugendsozialarbeit an Schulen, Erziehungsberatungsstellen oder die Studienfachberatungen an Universitäten und Hochschulen, die Du nutzen kannst.  Auch das Jugendamt kann dir Auskunft geben (vgl. AWO Schleswig-Holstein 2012; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-28-recht-auf-bildung).

Grundsatz

6. Familie

Du hast ein Recht auf Familie...

...und jedes Kind hat ein Recht darauf, seine Herkunftsfamilie zu sehen. Das heißt, Du darfst Deine Geschwister und/oder Deine Eltern treffen, auch wenn sie im Ausland wohnen (vgl. https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-9-trennung-von-den-eltern; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-10-trennung-von-den-eltern).

...und darfst auch mit Deinen Eltern telefonieren oder schreiben.

... und gleichzeitig hast Du das Recht, den Kontakt zu Deinen leiblichen Eltern oder Geschwistern abzubrechen, wenn Du diesen nicht mehr möchtest.

... das bedeutet auch, wenn Du nicht mehr bei Deinen Eltern leben kannst, darfst Du auch bei dem dazugehörigen (Gerichts-)Verfahren sowie der damit verbundenen Entscheidung dabei sein und Deine Wünsche äußern. Außerdem darfst Du auch die Ferien (oder einen Teil davon), wenn möglich, bei Deinen Eltern verbringen (vgl. AWO Schleswig-Holstein 2012; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-9-trennung-von-den-eltern).

...und darauf, dass Deine Situation regelmäßig überprüft wird. Das heißt, dass das Jugendamt immer wieder nach Dir sieht und Du bei einer geplanten Rückkehr in Deine Familie unterstützt wirst (vgl. https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-25-meine-gesundheit) .

...also auf ein angemessenes Leben. Das heißt, dass Erwachsene für Dich sorgen und Du in einer sicheren Umgebung aufwachsen kannst. Erwachsene erhalten hierbei auch Unterstützung, wenn sie diese benötigen (vgl. https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-27-lebensstandard).

Grundsatz

7. Identität

Du hast ein Recht DU zu sein ...

... das heißt, dass niemand Deine Identität klauen darf (z.B. ein Profil auf einem sozialen Netzwerk mit Deinem Namen anlegen). Das ist eine Straftat! (vgl. BMFSFJ 2008; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-8-meine-identitaet)

... und Dich über jedes Thema zu informieren. Dafür darfst Du im Internet recherchieren und z.B. auch Filme, Texte, Fotos (auch aus anderen Ländern) suchen, anschauen und Deinen Freund*innen zeigen. Hierbei ist es wichtig, dass Du Altersbegrenzungen (FSK Kennzeichnungen) berücksichtigst, um Dich selber sowie jüngere Kinder und Jugendliche zu schützen. Grundsätzlich solltest Du immer daran denken, dass es gerade auch im Internet viele Dinge gibt, die nicht der Wahrheit entsprechen. Hier ist es wichtig, dass Du Dich an eine Person Deines Vertrauens wendest, wenn es etwas gibt, was Dich irritiert oder Du vielleicht nicht genau verstehst (vgl. https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-13-meine-meinung-grenzenlos).

... das heißt, jeder junge Mensch hat ein Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit. Das bedeutet, Du darfst Deine Meinung sagen und anderen z.B. per E-Mail, SMS, Brief oder Telefon mitteilen.

Und Du darfst auch an Demonstrationen teilnehmen oder diese organisieren und somit Deine Meinung und Einstellung zu verschiedenen Themen zeigen. Dabei darfst Du andere Menschen nicht beschimpfen oder beleidigen, Lügen erzählen oder Informationen verbreiten, die Gesetzte verletzen oder die Sicherheit in Deutschland gefährden! Hierbei ist es egal, ob Du mit den Menschen persönlich sprichst oder über E-Mail, SMS, Brief oder anders mit Ihnen kommunizierst (vgl.BMFSFJ 2008; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-13-meine-meinung-grenzenlos; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-15-demonstrieren).

... das bedeutet, jeder Mensch ist einzigartig und hat eine eigene Identität. Das heißt, Du hast ein Recht darauf zu erfahren, wer Du bist, wer Deine Eltern sind, welche Menschen zu Deiner Familie und Deinen Verwandten gehören und welche Staatsangehörigkeit Du hast.

Du hast ein Recht darauf, bei Deiner Geburt einen Namen zu bekommen, der in eine Liste (Register) eingetragen wird. In diese Liste wird auch eingetragen, wer Deine Eltern sind und in welchem Land Du geboren bist. Die Liste wird beim Einwohnermeldeamt aufgehoben.

... und auf schnellstmögliche Hilfe durch den Staat, wenn Dir einige oder alle Bestandteile Deiner Identität genommen werden. Dies wäre der Fall, wenn Du aus einem anderem Land dieser Erde flüchten musstest und auf dem Weg nach Deutschland Deinen Ausweis verloren hättest und dieser nicht in deinem Heimatland nachträglich beantragt werden kann. (vgl. BMFSFJ 2008;  
https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-8-meine-identitaet).

... das heißt, jeder junge Mensch hat ein Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Das heißt, niemand darf Dir vorschreiben, was Du zu denken oder zu glauben hast.

In Deutschland darfst Du selber entscheiden (ab 14 Jahren), ob Du einer Religion angehören möchtest oder nicht. Wenn Du Dich dafür entscheidest, darfst Du auch aussuchen für welche Du Dich entscheidest. Auch wenn Deine Eltern (was sie dürfen), Dich nach einer bestimmten Religion erzogen haben, darfst Du Dich für eine andere oder gar keine Religion entscheiden (vgl. BMFSFJ 2008; https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention/artikel-14-mein-glauben).

Bei der Ausübung Deiner Religion darfst Du frei entscheiden, was Du gut findest und was nicht. Du darfst selber entscheiden, ob Du z.B. fasten, (hormonell) verhüten, Bluttransfusionen erhalten, ein Kopftuch tragen oder andere Aspekte der jeweiligen Religion umsetzen möchtest.

Dieses Recht hast Du auch, wenn Du zu einer sogenannten Minderheitengruppe gehörst! Das sind kleine Gruppen und/oder Vertreter*innen politischer Gruppierungen. Du darfst deswegen nicht beleidigt, diskriminiert oder gar verletzt werden. Gruppierungen, die verboten sind, da sie nicht den Werten und Normen eines friedlichen und demokratischen Zusammenlebens entsprechen, wie z.B. Terrorgruppen oder der Islamische Staat (ISIS), sind hier ausgenommen.

Quellen

AWO Schleswig-Holstein gGmbH (2012): Rechtekatalog der AWO –Wir sind dafür.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (Hrsg.) (2008): Die Rechte der Kinder von logo! einfach erklärt. Verfügbar unter: https://www.fuer-kinderrechte.de/sites/default/files/Die%20Rechte%20der%20Kinder%20von%20logo%21%20einfach%20erkl%C3%A4rt.pdf (Abruf: 25.09.19)

Deutsches Kinderhilfswerk e.V./Kindersache: www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention UN Kinderrechtskonvention: URL: https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/un-kinderrechtskonvention (Abruf: 25.09.19)

Pflegekinder in Bremen gemeinnützige GmbH (PiB) (Hrsg.) (o. J.): Recht hast du! Komm mit auf Entdeckertour durch die Kinderrechte. Verfügbar unter https://www.pib-bremen.de/images/broschueren/pib_recht_hast_du_broschure_a5_04.16_1.6.pdf (Abruf: 25.09.19)

Weiterführende Links

Hier findest Du weitere Informationen zum Thema Kinder- und Jugendrechte:

www.jugend-hat-rechte.org
https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/kinderrechte
https://www.pib4u.de